• Jolanda Rose

"Legal Design - A tale in two cities"

Aktualisiert: Aug 22



#eventrückblick #thisislegaldesign #tbthursday


Beim ersten Workshop des Berliner Chapters der Legal Hackers kamen am letzten Donnerstag gleichzeitig 60 Interessierte in der Blockchain.Embassy in Berlin und den Kanzleiräumen von SKW Schwarz in München zusammen, um einen Abend lang unter der Anleitung von "This is Legal Design" kreative Ideen zur Lösung juristischer Probleme zu entwickeln.


Was steckt hinter "This is Legal Design"?


Die "This is Legal Design" GbR wurde 2018 von Alisha Andert, Lina Krawietz, Ann-Sophie Mante und Joaquin Santuber als Think Tank, Plattform und Kreativagentur gegründet. Sie möchten andere inspirieren, mit Hilfe von Legal Design, im juristischen Bereich Innovationen zu schaffen. Weitere Informationen zum Geschäftsmodell und Team findet ihr auf der Unternehmenswebsite https://thisislegaldesign.com/.


Was ist Legal Design?


Legal Design ist ein humanzentrierter und ganzheitlicher Ansatz für Innovationen in der Rechtsbranche. Als Methode unterstützt euch Legal Design dabei, kreative, praxisnahe und nachhaltige Lösungen für komplexe Herausforderungen zu finden.

Als Denkweise fördert Legal Design eine fruchtbare Unternehmenskultur, die auf Zusammenarbeit und Kreativität basiert. Ziel der Methode ist es, Design und die Bedürfnisse der Benutzer in einer Lösung zu vereinen.


PPP - People, Place & Process


Legal Design basiert dabei auf dem sogenannten "PPP Prinzip" (eng. People, Place, Process). Demnach ist für den Erfolg der Methode die richtige Auswahl der beteiligten Menschen, des Ortes und eines gut geführten Prozesses notwendig.

Die Teilnehmer an einem Legal Design Workshop sollten sich durch Multidisziplinarität und Vielfalt auszeichnen. Der Ort sollte als "Agile Workplace" möglichst flexibel und leicht an den Arbeitsablauf anzupassen sein. Vor allem sollte er die Möglichkeit zur Visualisierung und zum abschließenden Präsentieren bieten. Der Prozess ist aufgeteilt in Verstehen, Beobachten und Synthetisieren. Dieser wiederum wird in einen Problemraum und einen Lösungsraum unterteilt. Im Problemraum stehen vor allem die menschlichen Bedürfnisse im Mittelpunkt. Im Lösungsraum werden Ideen zur Lösung der erörterten Probleme und dann ein Prototyp entwickelt und getestet. Ziel des Prozesses ist es, am Ende etwas Materielles zu präsentieren. Das Ergebnis kann entweder in Form von Bildern oder eines Prototyps präsentiert werden.

Das Innovative am Legal Design Prozess ist, dass vom Konzept zum Konkreten gearbeitet wird und sich dabei immer wieder Perioden der Idee- und der Entscheidungsfindung abwechseln.


Die 7 Grundregeln des Legal Design


#1 Setzte auf Quantität.

#2 Baue auf Ideen auf.

#3 Verzichte auf Beurteilungen.

#4 Visualisiere.

#5 Bewege dich außerhalb deiner Komfortzone.

#6 Machen statt Denken.

#7 Schätze "time boxing" (= die jeweiligen Schritte im Legal Design Prozess werden in kurze Zeitintervalle eingeteilt, die möglichst einzuhalten sind).


Der Legal Design-Prozess


Nach einer Einführung in die Methodik des Legal Design, wurden wir vom "This is Legal Design" Team in Gruppen eingeteilt. Jeder Gruppe wurde ein Legal Design Master zugeteilt, der dem Team die jeweiligen Schritte erklärt, die Zeit gestoppt hat und uns für Rückfragen zur Seite stand.


Nach einem Kennenlernspiel, wurde als Erstes eine "Challenge" definiert. Dafür hatten alle Teammitglieder wenige Minuten Zeit, Ideen für Probleme im juristischen Bereich auf Klebezetteln zu notieren. Anschließend wurden die Probleme vor dem Team vorgestellt und geclustert. Zum Abschluss dieses Schrittes wurde eine dieser Ideen als gemeinsame Challenge der Gruppe definiert. Unsere Gruppe hat sich für die Challenge "Neue Pricing Modelle für Anwälte" entschieden.

Im nächsten Schritt "User Research" sollten wir wieder jeder für sich notieren, wie in welchen Bereichen das Problem in der Praxis relevant ist. Nach Vorstellung und Clustern der Beiträge, haben wir uns die Frage nach der Umsetzung ("How-might-we"-Fragen) gestellt und in der gleichen Methodik bearbeitet. Es wurde angeregt, dass wir uns nicht nur aus der eigenen Perspektive Lösungen überlegen, sondern auch aus der z.B. einer prominenten Person, um auf ganz andere Ideen zu kommen. Im vierten Schritt "Ideenfindung" haben wir konkrete Ideen besprochen und ausgewählt um dann im "Protoyping" die Idee genauer zu konkretisieren.

Am Ende des Workshops haben wir unsere Lösung für die "Neuen Pricing Modelle für Anwälte" mit Plakaten und einem Rollenspiel den anderen Teilnehmern vorgestellt.

Die anderen Gruppen hatten unter anderem Lösungen für die schnelle Anwort auf Behördenbriefe und die Förderung von offener, hierarchieübergreifender Kommunikation im kompetitiven Umfeld überlegt.


Es war wirklich erstaunlich, in welcher kurzen Zeit mit Hilfe dieser Methode so viele verschiedene und sinnvolle Ideen zur Lösung dringender Problemfragen gefunden wurden.


Klingt spannend? Hier https://www.lawtechrose.com/start-1/neues-chapter-legal-hackers-berlin kannst du dich informieren, wie auch du beim nächsten Legal Hackers Berlin Event dabei sein kannst.

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