• Jolanda Rose

"Es geht nicht um Anwalt ja oder nein, sondern darum, welche juristische Arbeit wir machen wollen."

Aktualisiert: 22. März 2019


Vom 20. bis 22. Februar fand die Berlin Legal Tech Konferenz 2019 statt. Das "who is who" der europäischen Legal Tech-Szene - von Praxis bis Wissenschaft - hat sich versammelt, um gemeinsam die neuesten Forschungsergebnisse und Ansätze in der Praxis zu diskutieren. Durch die Drittplatzierung meines Teams beim Hackathon, durfte ich an der Konferenz teilnehmen.


Praxis und Theorie vereint


Nachdem sich die Konferenzteilnehmer am Donnerstag die neusten Entwicklungen im Legal-Tech-Bereich bei Workshops praktisch annähern konnten, fand am Freitag der Vortragsteil der Konferenz in den Räumen von Mazars statt. Im Zentrum der Vorträge standen dieses Jahr die Themen Access to Justice, Security Token und Data-driven Law. Trotz unterschiedlicher Schwerpunktsetzung sind sich alle Referenten einig: die Rechtsbranche wächst, während die Produktivität stagniert. Dieses "Hinzukaufen von Wachstum" wird nicht mehr lange gut gehen. Schon jetzt verzeichnen die Top Ten Kanzleien Wachsumtseinbußen. Neue, innovative Lösungen müssen her. Besser gestern, als heute. Anwälte sollen mehr Zeit für juristisches Arbeiten und zur Betreuung ihrer Mandanten haben können, anstatt ihre Energie für repetitive Aufgaben zu opfern.


Data-driven Law


Im ersten Teil der Konferenz berichtete Clemens Koós in seinem Vortrag zur Rechtsberatung der Zukunft über die Notwendigkeit der Prozessautomatisierung in der Rechtsbranche, Lilian Breidenbach erläuterte wie Verträge als Code dargestellt werden und Anna Rokainen betonte die erhebliche Bedeutung von Daten in ihrem Vortrag "Investing in data-driven business models".


Die (Rechts)beratung der Zukunft

Clemens Koós ist Rechtsanwalt und Investmentmanager bei Signals Venture Capital. Er hat sich sich auf B2B Investments in der Frühphase von Unternehmen im Bereich Prozessoptimierung spezialisiert. In seinem Vortrag zur Rechtsberatung der Zukunft betonte Koós, wie sehr der Rechtsmarkt von Prozessoptimierung betroffen ist.

Aktuell wächst der Rechtsmarkt. Jedoch nicht auf Grund von effizienteren Strategien, sondern durch Einstellung von Berufsträgern. Gerade die Großkanzleien werden zwar immer größer, aber nicht innovativer. Das Transaktionen hat sich innerhalb weniger Jahre verdoppelt. Die Anwaltskosten für den VW Abgassskandal werden auf bis zu eine Milliarde Euro dotiert.

Koós ist sich sicher, "um eine effizientere Nutzung der Ressourcen zu gewährleisten, werden Kanzleien nicht an einer Prozessautomatisierung vorbeikommen". Die klassischen Kanzleien werden Konkurrenz durch virtuelle Kanzleien bekommen, die die sogenannte RPA nutzen. RPA bedeutet robotergesteuerte Prozessautomatisierung, deren Ziel es ist repetitive Prozesse zu ersetzen. Die RPA kann unter anderem bei Vertragsgestaltungen, Datenbankenanalyen und -aufbereitung, standardisierte Prozessen, Mandantenmanagement und Zeiterfassung angewandt werden. Als Folge werden Anwälte mehr Zeit für Beratungsleistungen und abrechenbare Tailor-Made-Leistungen haben. Außerdem wird die Frustration von Junior Anwälten sinken, weil sie weniger Zeit für nicht-juristische Tätigkeiten verwenden müssen. Dadurch wird die RPA zur mehr Effizienz und Umsatz führen.

Der Anwalt rückt näher an den Mandaten und hat mehr Zeit für Mandanten-Management. Dadurch ist ein höheres Value Based Pricing durch den zielgerichteteren Einsatz von Software als Teil des Beratungsprodukts möglich. Niedrigere Kostenkonstrukturen erlauben individuellere Vergütungsstrukturen und genaueres Pricing. Anders als bei bisheriger Kanzleistruktur möglich, betonte der Investmentmanager, ergeben sich so skalierbare Geschäftsmodelle. Das Softwareprodukt wird an die anwaltliche Beratung gekoppelt. Nach diesem Modell lassen sich Produkte statt Stunden abrechnen.

Am Ende seines Vortrages appelierte Koós an das Fachpublikum, "so wie es jetzt ist, wird es in ein paar Jahren nicht mehr sein, Kanzleien werden verschwinden, wenn sie ineffizient sind. Jeder, der noch länger als fünf Jahre arbeiten wird, wird sein Produkt ändern müssen".


Von Vertragstemplates zu Mico-Agreements

Lilian Breidenbach ist Software-Entwicklerin und Geschäftsführerin von LegalOS.

Ihren Vortrag begann sie mit der Darstellung der aktuellen Situation. Aktuell steigt die Nachfrage für Rechtsdienstleistungen. 1,1 Billionen groß ist der Markt weltweit. Ein Viertel davon wird mit Verträgen umgesetzt. Doch, wie auch schon Clemens Koos, betonte sie, dass trotz steigender Zahlen die Produktivität stagniert. Heute verbringen Anwälte in Kanzleien 50 Prozent ihrer Arbeitszeit mit repetitiven Aufgaben.

Die Gründerin sieht einen Grund für die fehlende Produktivität im mangelnden Einsatz von Technologien. Denn vieles im juristischen Bereich auf Texten und Text können Maschinen nicht verstehen. Deshalb muss dieser Text automatisiert und dadurch maschinenlesbar gemacht werden. Um das zu erreichen werden Texte und so auch Verträge als Code dargestellt. Ein Vertrag besteht aus vielen "Micro-Vereinbarungen", die wiederum als Code repräsentiert werden können. Durch Einsatz solcher Tools, wie LegalOS, wird die Qualität und Produktivität der anwaltlichen Arbeit steigen. Es ist eine schnelle Anpassung an Rechtsänderungen möglich und es bleibt mehr Zeit für Beratung. Dadurch entstehen neue Gechäftsmodelle, in denen z.B. Vertragsbaukästen mit personalisierten Beschränkungen für den Mandanten und der Verwaltungsservice.


Investing in data-driven business models

Anna Rokainen ist eine Legal-Tech-Investorin. Sie sprach aus Investorensicht über datengetriebene Geschäftsmodelle. Zu Beginn stellte Rokainen fest, dass die meisten wertvollen Unternehmen über datengesteuerte Geschäftsmodelle verfügen. Das Problem heutzutage ist jedoch, dass es nicht genug Daten gibt. Sie unterscheidet drei Kategorien von Daten. Einerseits Daten, die gemäß der Nutzung des Dienstes eingeteilt werden, andererseits Datenerhebungen, die von Dritten stammen und außerdem für jeden verfügbare Daten. Problematisch ist jedoch, dass viele Daten nicht öffentlich zugänglich sind.

Die Lösung dieses Problems liegt in der Datenanonymisierung.

Rokainen schlägt das Rocket Internet Model für den Aufbau der Start-Up-Szene in Legal Tech vor. US Start Ups sind nicht daran interessiert, nach Europa zu gehen. Wer gründen wolle, so rät sie, sollte sich also mit erfolgreichen Unternehmensgründungen in den USA befassen und dies in Europa tun. In der Zukunft der Rechtsbranche liegt ihrer Meinung nach noch viel Potential.


Access to Justice: Designing for the Crowd


Im zweiten Teil der Konferenz warb Stephan Breidenbach in seinem Vortrag "Digitale Produkte statt Rechtsberatung" für neue juristische Methoden mit Hilfe von Knowledge Tools, Phillip Kaba zeigte die diruptiven Chancen von Legal Tech am Beispiel der Musterfeststellungsklage auf und Elena Grebe erläuterte die Prozessfinanzierung durch die Crowd.


Digitale Produkte statt Rechtsberatung

Stephan Breidenbach ist Hochschulprofessor und Gründer, des Legal Tech Centers, sowie Legal-Tech-Unternehmer.

Breidenbachs Credo lautet "das Schicksal von Regeln ist Code". Seiner Meinung nach muss das Recht industrialisiert werden. Repetitive Elemente können als Bausteine gebaut werden, um damit "Lego for Law" zu spielen. Dieses System kann bei der Vertragsgestaltung, Klageerhebung sowie -erwiderung zum Einsatz kommen.

Dadurch können Transaktionskosten gesenkt und Wissen bewirtschaftet werden. Es kann Qualität gesteigert und durch die Verwertung von Daten Transparenz hergestellt werden.

Prozesse, die auf Regeln beruhen, können automatisiert werden.

Der Professor betonte, dass auch Texte nach solchen Regeln aufgebaut sind. Selbst Bewertungen, die im juristischen Bereich vielfach von Bedeutung sind lassen sich in einzelne Bestandteile zerlegen. Mit Hilfe von Knowledge Tools können diese Regeln visualisiert werden. Dieser Prozess nennt sich Rule Mapping und muss bestenfalls von Wissensarchitekten, also Juristen mit Erfahrung mit dieser Methode, durchgeführt werden.

Dabei können Methoden wie Legal Design helfen Innovation durch Partizipation voranzubringen.

Er bedauerte, dass sich erst jetzt etwas in der Rechtsbranche, weil das Vorstellungsvermögen für das, was möglich ist, begrenzt war. Jedoch gibt es jetzt die einmalige Chance, es anders zu machen. Denn einfach nur alte Prozesse zu automatisieren, ist nicht sinnvoll.

Seinen Vortrag beendete Breidenbach mit einem Zitat von Adreesen "software is eating the world" und fragte "is it eating law?".


Die Musterfeststellungsklage

Phillip Caba ist Rechtsanwalt und Gründer von yourRight.eu, sowie von Legal Intelligence GDR, die Kanzleien bei der digitalen Transformation berät. Er erläuterte am Beispiel der Musterfeststellungsklage, welchen großen gesellschaftlichen Einfluss Legal Tech haben kann.

Denn Legal Tech ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass es die Musterfeststellungsklage gibt. Durch neue Geschäftsmodelle (Abtretungskonstrukte, Inkassodienstleister und Prozessfinanzierer) wird immer mehr Menschen zu ihrem Recht verholfen. Das wird sich massiv auf die Arbeitsweise der Gerichte auswirken, weil es in Deutschland noch keine digitale Verfahrensbearbeitung gibt.

Ziel der Musterfeststellungsklage ist die Entlastung der Gerichte, die Stärkung des Verbraucherschutzes und die Eindämmung der Klageindustrie.

Trotz Fortschritts gibt es noch hohe Hürden eine Musterfeststellungsklage auf den Weg zu bringen. Für die Zukunft wünscht Caba sich die Modernisierung von Verfahrensregeln und Anpassung an das digitale Zeitalter. Dafür sind neue Regelungen für einen strukturierten und digitalen Parteivortrag unerlässlich. Außerdem muss in kompatible Software zwischen Gerichten und Parteivertretern, um Vortrag visualisierbar zu machen und verknüpfungen herzustellen, investiert werden. Um Recht zu demokratisieren, muss auch jeder Zugang zum Recht haben. Daher sollen Gerichtsentscheidungen in einer allgemein zugänglichen Datenbank veröffentlicht werden.

Auf Nachfrage der Moderatorin, ob ein solcher Wandel mit der jetzigen "analogen" Generation noch möglich wäre, antwortete Caba optimistisch, es seien schon viele junge Leute in der Justiz, man müsse nur den Mut haben, etwas zu verändern.


Prozessfinanzierung durch die Crowd

Elena Grebe ist Betriebswirtin und hat im letzten Jahr einen Master of Law and Busines an der BLC abgeschlossen. Sie gab einen Überblick zur Prozessfinanzierung durch die Crowd. Im Jahr 2017 wurden europaweit 199,6 Mio., 1 Mrd. Euro über Crowdfunding eingesammelt.

Der Markt mit Prozessfinanzierung wächst, vor allem im angelsächsischen Bereich. Von 2013 - 2017 ist das Prozessfinanzierungsvolumen um 440 % gestiegen. Davon waren waren 1/3 prozessfinanzierte Sammelklagen.

Derzeit gibt es kommerzielle oder nichtkommerzielle Prozessfinanzierer. Das Geschäftsmodell besteht aus Anwalt, Betroffenem und Sponsor. Der Sponsor übernimmt für den Betroffenen die Anwalts- und Gerichtskosten und wird im Gegenzug am Erlös des Anwalts beteiligt. Dadurch können Privatpersonen finanzielle Risiken reduzieren und die Gerichte durch eine höhere Vergleichsbereitschaft entlastet werden.


Access to Justice: Designing for Humans


Der letzte Konfernzteil vor dem Workshopprogramm beschäftigte sich mit Legal Design. Astrid Kohlmeier erläutere die Grundlagen der Methode, Zoe Andreae beschrieb die Rechtsabteilung als Praxisbeispiel für Legal Design und Dalia Moniat stellte die vielen Anwendungsbereiche von Design Thinking in der juristischen Ausbildung vor.


Legal Design Grundlagen

Astrid Kohlmeier ist Anwältin, Legal Tech und Legal Design Expertin, sowie Woman of Legal Tech 2018. Sie hielt einen Vortrag zu den Legal Design Grundlagen.

Legal Design ist eine agile und benutzerzentrierte Innovationsmethode. Kohlmeier weiß, dass Legal Design hilft, die Perspektive zu verändern und es Anwälten ermöglicht, die gängige Praxis zu hinterfragen. Kostendruck und die Erwartungen der Kunden fordern die Kanzleien heraus. Legal Design kann als Methode helfen diese Innovationen zu schaffen. Die Anwältin beschrieb ein "Innovationsdilemma". Denn das Management in Unternehmen erwartet, dass die Rechtsabteilungen innovativ sind. Die Abteilungen wiederum erwarten von der Anwaltskanzlei, dass sie sie bei der Innovation begleitet und das nötige Know How vermittelt.

Für Innovation sind die richtigen Werkzeuge, Fähigkeiten und eine neue Denkweise essentiell. Das ist für Juristen wichtig. Denn diese brauchen eine Ausbildung in kreativen Problemlösungsfähigkeiten. Anwaltskanzleien und Rechtsabteilungen brauchen eine innovative Denkweise und Strategie.

Legal Design kann dabei helfen, rechtliche Produkte zu entwerfen, rechtliche Inhalte zu gestalten und die Rechtsberatung zu "designen".

Am Ende ihres Vortrags empfiehlt die Expertin das Retreat.legal für alle, die sich intensiv und praktisch mit der Methode auseinandersetzen möchten.

Mehr zu der Legal Design Methodik kannst du in meinem Blogpost über This is Legal Design erfahren.


Legal Design in der Rechtsabteilung

Zoe Andreae ist Gründerin der LECARE GmbH. Sie stellte das Praxisbeispiel von Legal Design in der Rechtsabteilung vor. Den Vortrag habe ich leider verpasst. Am Ende des Artikels gibt es jedoch einen Link zum Livestream der Konferenz.


Design Thinking in der juristischen Ausbildung

Dalia Moniat ist Jurastudentin und Woman of Legal Tech 2018. Sie referierte über Design Thinking in der juristischen Ausbildung. Sie bemängelte die geringe Relevanz von Kreativität im Jurastudium. Dadurch besteht heutzutage nur über Summer Schools, Hackathons und Design Thinking Workshops die Möglichkeit zur kreativen Weiterbildung für junge Juristen. Für sie ist die Ausgangslage klar; die juristische Ausbildung gilt als festgefahren. Fraglich ist jedoch, auf welchem Weg sich eine Veränderung zugunsten der Studenten leichter und besser erreichen lässt. Inkrementell oder radikal, von untern oder von oben. Denn in einer wandelnden Rechtsbranche braucht es Innovatoren, die kreative Lösungen für neue Problemstellungen finden.

Design Thinking kann auch in diesem Bereich hilfreich sein. Als Educational Design Methode kann es Pädagogisches Design, Lehrplanausrichtung, Lehrplangestaltung, Aufgabenstellung, Raumgestaltung und Beurteilungsdesign unterstützen.

Im zweiten Teil ihres Vortrags stellt sie folgende Frage in den Raum "Wie können wir zur Verbesserung der juristischen Ausbildung beitragen"? Moniat sieht Handlungsbedarf im Design von Lehrbüchern und der Vermilltung von digitaler Kompetenzen und Legal Tech in der juristischen Ausbildung.

Die Herausforderung der meisten Jurastudierenden ist der Zugang zum Recht als Materie. Oft sind die Studierenden nicht mehr motiviert und unzufrieden, weil sie viel Zeit investieren, aber kein systematisches Verständnis erlangen.

Deshalb hat sich die Studentin als Design Experiment die visuelle Verarbeitung des Stoffes überlegt. Dieser soll online verfügbar sein und als Plattform funktionieren. Dadurch sollen effektive Lernstrategien und Wissenspartnerschaften entstehen, um juristisches Handwerkszeug zu bekommen. Frei nach dem Motto "Geteiltes Wissen, ist halbes Leid".


Interaktives Programm


Nach den ersten Vorträgen ging es an die praktische Umsetzung. In vier verschiedenen Workshops konnten die Konferenzteilnehmer verschiedene Methoden genauer kennen lernen. Zur Wahl standen Design Thinking, Lebendige Verträge, Entscheidungsautomatisierung und Strategieentwicklung Legal Tech.


AI & Law


Nach der Mittagspause ging es am Rednerpult weiter. Nicolas Della Panna erläuterte, wie alltäglich Künstliche Intelligenz heutzutage ist und welche Zukunft ihr bevor steht und Tianyu Yuan beruhigte in seinem Vortrag "AI & Law" vor der Angst der Anwälte ersetzt zu werden.


Künstliche Intelligenz

Nicolas Della Penna, Ökonom und KI-Experte am MIT, hielt die Keynote zum Thema KI. Seiner Meinung nach, könnte künstliche Intelligenz in Zukunft vor allem für die Informationsbeschaffung eine große Rolle spielen. Heutzutage findet man in einem großen Korpus, z.B. E-Mails, immer nur eine Teilmenge, die für den Fall relevant ist. Bald wird es jedoch möglich sein mulit-modal zu arbeiten (Audio, Video, physische Zugriffsaufzeichnungen, Datenbank). KI ist so typisch für unseren Alltag, dass wir nicht daran denken, dass es eine KI ist.

In Zukunft wird die KI den Menschen, wen Sie ansprechen müssen, wie viel es wert sein wird und damit vermehrt in der Mehrparteienkommunikation eingesetzt werden.


AI and Law

Tianyu Yuan ist Gründer von lex superior und promoviert an der Universität Heidelberg. Er möchte die juristische Ausbildung verbessern. Er sprach zu "AI and Law". Dabei betonte er, wie nützlich Machine Learning im Recht eingesetzt werden könne. Im Zentrum geht es bei der Anwendung von ML darum, die Logik des Rechts zu hinterfragen. Außerdem stellt sich die Frage, wie Rechtsprechung klassifiziert werden kann. Dadurch wollen Unternehmen wie ATRIUM den Anwalt überflüssig machen. Soweit ists es laut Yuan heute jedoch noch nicht. Denn eine Maschine kann bisher nur das lernen, worauf sie trainiert wurde und dieses Training wird von Menschen durchgeführt. Außerdem sind die Aufgaben, die durch ML ersetzt werden können in vielen Fällen sehr langweilig für den Anwalt.

Der Gründer fasst seine Thesen mit folgenden Worten zusammen "es geht nicht darum Anwalt ja oder nein, sondern darum welche juristische Arbeit wir machen wollen".


Blockchain


Zum Thema Blockchain sprach Robin Matzke, akademischer Berater des deutschen Bundestages. In seinem Vortrag "von ICOs zu STOs" erläuterte er Togans und die Regulierung von ICOs und das VT-Gesetz in Liechtenstein.

Anschließend referierte Florian Glatz, Vorsitzender des Blockchain Bundesverbandes und Leiter des Legal Tech Center, zum Thema "Motion Protocol". Dabei stellter er die Blockchain als Lösung für die Urheberrechtsprobleme in der Filmindustrie dar.


Digitaler Staat & Regulierung


Durch die Pitchvorbereitung, habe ich große Teile der Vorträge zum Thema Blockchain und das Thema "Digitaler Staat und Regulierung" leider komplett verpasst. Wer wissen möchte, welche Ideen Daniel Halmer, Markus Drenger und Thomas Heilmann zu Regulierung und agilen Gesetzgebung vorgestellt geben, kann unter https://berlinlegal.tech/center/ den aufgenommenen Livestream der Konferenz anschauen.


Pitches der Gewinner des Hackathons


Zum Abschluss dieses interessanten Tages durften die drei Gewinner des Hackathons nochmal pitchen. Genauere Informationen zum Hackathon und den Gewinnern findest du in meinem Blogpost (https://www.lawtechrose.com/start-1/berlin-legal-tech-hackathon-2019).


Fazit


Es war eine wahnsinnig spannende Konferenz. Ich empfand es als eine große Ehre mich mit vielen Pionieren der Legal-Tech-Szene austauschen zu können. Schon jetzt freue ich mich auf die Summer School des Legal Tech Centers im September, bei der die Inhalte der Konferenz auch Studierenden und Referendaren zugänglich gemacht werden.


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