• Jolanda Rose

Berlin Legal Tech Hackathon 2019



Vom 20. bis 21. Februar 2019 fand im UNICORN Berlin der Berlin Legal Tech Hackathon statt. In 24 Stunden haben elf Teams bestehend aus Juristen, Softwareentwicklern und Legal Engineers elf Prototypen fertiggestellt.


Hackathon - Was ist das denn?


Das Konzept eines Hackathons ist es, in einer vorgegebenen Zeit mit einem divers aufgestellten Team eine Idee und möglichst einen funktionierenden Prototypen zu entwickeln. Beim Berlin Legal Tech Hackathon war das Ziel, die Entwicklung einer Lösung für ein Problem im juristischen Bereich.


Endlich geht es los


Mittwoch morgen fanden sich 110 Motivierte im UNICORN Berlin zusammen. Der Andrang war im voraus so groß, dass die Veranstalter von hacking.law sogar die Hälfte der Anmeldungen zurückweisen mussten. Die Teilnehmer waren eine Mischung aus Juristen, Softwareentwicklern und Legal Engineers aus aller Welt.

Nachdem alle angekommen waren und beim ersten Kaffee und Müsli noch Zeit zum aufwachen hatten, wurde der Hackathon von Organisator und Blockchain Lawyer Florian Glatz eröffnet. Er betonte die große Bedeutung solcher Events für die Rechtsbranche und erläuterte den Ablauf der nächsten zwei Tage.


So lasset die Spiele beginnen ...


Die meisten Teilnehmer kommen ohne Team und ohne konkrete Idee zu einem Hackathon. Daher war die erste Zeit der Ideenfindung und dem Ideen-Pitching gewidmet. An verschiedenen Stationen wurden Themen von Experten begleitet und Ideen ausgetauscht. Nachdem alle Teilnehmer die verschiedenen Stationen durchlaufen hatten, konnten die Ideen vor allen gepitcht werden. Damit begann auch das Teambuilding. Jeder, der die vorgestellte Idee weiterentwickeln wollte, konnte sich dem Ideengeber anschließen. Auf diese Weise fanden sich am Mittwoch bis zum Lunch 11 verschiedene Teams zusammen.


Nach der Mittagspause setzten sich alle Teams zusammen und entwickelten ihre Ideen weiter. Es gab bis zum Abend jedoch noch mehrmals die Möglichkeit die eigene Idee zu pitchen, falls man noch nicht genug Teammitglieder gefunden hatte. Vom Nachmittag bis in die Abendstunden ging es dann an die eigentliche Arbeit am Produkt. Je nach Thema verbrachten die Teams die Zeit mit Recherche und erstem Prototyping. Unter Prototyping versteht man das Konzipieren und Programmieren der Prototypen.


Für die Entspannung zwischendurch, frei nach dem Motto "Hack. Relax. Repeat.", konnte man sich gegen Abend durch Massagen von den Strapazen ein wenig erholen. Auch für kulinarische Verpflegung hat das Team von hacking.law gut gesorgt. Vom Veganer bis zum Fleischliebhaber - war für jeden etwas Leckeres dabei.


Als die Energiereserven auch mit Kaffee oder Mate nicht mehr aufzufüllen waren und die Süßigkeiten auf den Tischen langsam leer wurden, traten die meisten Teilnehmer gegen Mitternacht den Heimweg an. Ein paar sehr Ambitionierte führten ihre Arbeit jedoch noch bis in die frühen Morgenstunden weiter.


Der zweite Tag - Wettlauf gegen die Zeit


Mehr oder weniger erholt und mit Frühstück gestärkt, ging es am Donnerstag in die Endphase des Hackathons. Bis 16 Uhr hatten alle Zeit ihre Präsentation und den Prototypen fertigzustellen. Während des Vormittags stattete die Jury bestehend aus Markus Hartung, Phillip Kaldenbach, Anna Ronkainen und Clemens Koos allen Teams einen Besuch ab. Es gab so die Möglichkeit einer ersten kleinen Präsentation des Prototypen und Fragen der Juroren zu beantworten.


Bis zum Pitch um 18 Uhr wurde geschwitzt und an den letzten Feinheiten gebastelt. Endlich war es geschafft und alle Teams durften in je fünf Minuten ihr Produkt präsentieren. Bei den Pitches ging es nicht nur um Spaß und Austausch, sondern auch um den Einzug in die nächste Runde des Global Legal Hackathons. Außerdem gab es für die ersten drei Plätze 500 - 2000 Euro zu gewinnen, sowie ein Consulting mit dem Risikokapitalgeber Signal VC und weitere Gewinne.


90 Teilnehmer - 11 Visionen


Von Einzelteams bis Zehn-Mann-Teams. Von gemeinnütziger Idee bis großem Businessplan hinter dem Projekt war alles dabei. Es war sehr beeindruckend zu sehen, welche spannenden Prototypen in so kurzer Zeit entstanden sind. Darunter waren unter anderem die Tools

"Imagine TimeStamp", "Beck to the Future", "Smart Contractus" und "NGOStatueGenerator". Nach den Pitches mussten sich die Teilnehmer noch eine Stunde bis zur Siegerehrung gedulden. Die Zeit konnte jedoch gut mit Essen, Trinken und Networking überbrückt werden.


Gegen 20 Uhr war es dann soweit. Es wurden die Gewinner des Berlin Legal Tech Hackathons 2019 verkündet. Den dritten Platz bekam das Tool "Integration works" meines Teams der HU Berlin. Das Tool unterstützt den Mittelstand bei dem Behördenprozess zur Einstellung von Flüchtlingen. Zweiter wurde das Team von "whistlebot". Das Whistleblowing Tool macht das Berichten von auffälligen Situationen im eigenen Unternehmen mit Hilfe eines intelligenten Chatbots anonym möglich.

Als Gewinner des diesjährigen Hackathons wurde "Viz.Law" gekürt. Das Tool visualisiert zusammenhängende Gerichtsentscheidungen durch ein übersichtliches Mindmap-System und vereinfacht damit die Recherche von juristischen Quellen.


Wie geht es nach dem Hackathon weiter?


Für diese drei Teams geht es jetzt im GLH 2019 in die nächste Runde. Bis 15. März 2019 können die Onlinepitches eingereicht werden. Für die besten Teams weltweit winkt bei Bestehen dieser Runde eine Reise und ein Pitch in New York City.


Auf den Gewinn kommt es jedoch am Ende nicht an. Durch diese intensiven zwei Tage konnten alle Teilnehmer neue Erfahrungen sammeln und neue Mitstreiter für die Digitalisierung des Rechts gewinnen. Alle Teilnehmer können stolz darauf sein, was sie geschaffen haben. Wer weiß von welchen Ideen man im nächsten Jahr noch etwas hören wird.

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