• Jolanda Rose

Die zehn Gebote des Legal Tech


Anfang 2019 wurde die Gesellschaft für die Digitalisierung von Rechtsdienstleistungen gegründet, um Prozesse für Rechtsschutzsuchende und Anwälte einfacher zu machen. Im Interview erläutert Geschäftsführer Philipp Caba die Hintergründe und stellt die zehn Gebote des Legal Tech vor.


Über GDR Legal Intelligence mbH

Die GDR Legal Intelligence mbH hat sich die Digitalisierung von Rechtsdienstleistungen zum Ziel gesetzt. Das Berliner Unternehmen konzipiert, standardisiert, automatisiert und produktisiert juristische Prozesse, um sie für Rechtsschutzsuchende und Anwälte einfacher und effizienter zu machen. Die Dienstleistungen für Unternehmen und Konsumenten beinhalten Entwicklung eigener Web- und Softwarelösungen, Onlinemarketing sowie Prozessfinanzierung und Risikomanagement. Rechtsdienstleistungen erbringt das Unternehmen nicht selbst, sondern durch den Kooperationspartner Gansel Rechtsanwälte.



5 Fragen an die GDR


Jolanda: Warum, findet ihr Legal Tech wichtig?

GDR: Wir glauben und wissen, dass legal tech die Zukunft der Rechtsdienstleistung ist. In einer digitalisierten Welt, in der die Blicke auf künstliche Intelligenz gerichtet sind, sollten Juristen nicht hinterherhinken. In der modernen Gesellschaft sind Rechtsberater unerlässlich, aber die Beschleunigung durch automatisierte Abläufe darf nicht an ihnen vorbeigehen. Viel mehr ist dies eine Chance auf Effizienz für Juristen und auf kostengünstigere und schnellere Wege für die Mandanten zu ihrem Recht zu gelangen. Alle gewinnen.


Jolanda: An welchem Projekt arbeitet ihr gerade?

GDR: Wir arbeiten zurzeit auf Hochtouren daran, Mandanten davon zu überzeugen, sich aus der Musterfeststellungsklage ausschreiben zu lassen und ein Einzelverfahren anzustreben. Für diesen Schritt gibt es eine menge Gründe. 5 davon präsentieren wir auf unseren Social-Media-Kanälen. Beispielsweise die voraussichtlich sehr lange Verfahrensdauer der Musterfeststellungsklage, die den Schadensersatzwert kontinuierlich sinken lässt. Dabei ist ein Zuspruch von Schadensersatz nicht einmal sicher, denn das zuständige Oberlandesgericht Braunschweig selbst bezweifelte bereits die Ziele der MFK öffentlich.

Unter anderem deshalb raten nicht nur wir dringend zu einem Umstieg auf eine Einzelklage.


Jolanda: Was zeichnet euch besonders aus?

GDR: Wir als GDR haben nicht nur legal tech tief in unserer Unternehmensphilosophie verankert, sondern achten auch in unserem Team darauf alle Aspekte, die legal tech mit sich bringt, zu beleuchten. Jeder hat sein Fachgebiet, aber eine fachübergreifende Ahnung haben alle voneinander, ob Jurist, Marketer, oder Entwickler. Wir arbeiten nicht aneinander vorbei, sondern integrieren unsere Arbeitsprozesse in den Alltag aller Kollegen. So bestehen wir aus vielen Allroundern mit Spezifizierung.


Jolanda: Welche Herausforderungen erlebt ihr?

GDR: Eine große Herausforderung stellt mit Sicherheit die Juristenbranche an sich dar. Wie bereits erwähnt profitieren alle von legal tech, doch in den Köpfen mancher Rechtsberater ist dies noch nicht angekommen. Das Mindset zu verändern ist eine große Aufgabe, der wir uns gern stellen.


Jolanda: Wie sieht die Zukunft der GDR aus?

GDR: Vielversprechend. Wir wollen mit immer mehr Legal-Tech-Produkten an den Start gehen. Wir fokussieren uns weiterhin darauf, die technische Schnittstelle zwischen Jurist und Mandant zu sein. Wir wollen die helfende Hand der Digitalisierung sein und Effizienz in die Rechtsberatung bringen. Mit einem stetig wachsenden Team stellen wir uns den Chancen des legal tech und wollen nichts Geringeres, als eine digitale Revolution der Rechtsdienstleistung.



10 Gebote des #legaltech


#1 Du sollst auch andere Götter neben Rechtsanwälten haben – nämlich Programmierer, die #legaltech erst möglich machen. Durch routinierte Abläufe und vorhersehbaren Dokumentenverkehr können Programmierer mit juristischer Unterstützung Tools bauen, die die Rechtsdienstleistung revolutionieren.


#2 Du sollst die Worte der Juristen missbrauchen.Wenn missbrauchen wiederholen meint, dann nur zu, denn Wiederholungen bleiben im Gedächtnis. Urteile in eine verständliche Form zu bringen und Transparenz zu schaffen gibt Mandanten Sicherheit.


#3 Du sollst die User Experience heiligen. Schließlich sollen die Mandanten schnell alles wichtige in dem Tool finden und nicht im juristischen Dschungel und unendlichen Eingabefeldern verloren gehen.


#4 Du sollst deine Mitarbeiter ehren. Denn nicht nur die Rechtsanwälte und Programmierer sind unerlässlich, sondern ohne das Marketing, den Kundenservice oder den Office Manager läuft nichts.


#5 Du sollst niemals das Marketing missachten. Mit dem fertigen Produkt zurücklehnen und denken, dass die Kunden von allein kommen funktioniert in der Regel nie.


#6 Du sollst nicht das Vertrauen brechen. Vielmehr ist es heutzutage das Wichtigste für Kunden gute Bewertungen über dich zu finden. Eine auf Vertrauen beruhende Kundenbindung ist das A & O.


#7 Du sollst stehts mit der Zeit gehen. Stehenbleiben oder gar Zurückbleiben bedeutet in der digitalen Welt den Tod.


#8 Du sollst allwissend in deinem Gebiet sein. Niemand sollte dir etwas vormachen können. Sei der ultimative Ansprechpartner und Experte auf deinem Gebiet. Dabei noch zu wissen was die anderen tun, ist die Kunst daran.


#9 Du sollst nicht den Blick fürs Detail verlieren. User Experience und Marketing-Texte sind schön und gut und wichtig, aber der juristische Gedenke darf nicht gänzlich verloren werden. Im ersten Schritt ist Vereinfachung angesagt, aber zu wenig juristische Sprache lässt an der Seriosität zweifeln.


#10 Du sollst die Effizienz heiligen. Denn für nichts anderes steht #legaltech.



Du möchtest mit an der Umsetzung dieser Gebote arbeiten? Dann bewirb dich jetzt auf eine der vielversprechenden Positionen bei der GDR LI mbH.

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