• Jolanda Rose

Was sollen wir von Künstlicher Intelligenz halten? - John Brockman (Hrsg.) #1book30quotes


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Über Künstliche Intelligenz wird viel geschrieben - mehr oder weniger fundiert. Selten kann man jedoch so gebündelt die differenzierten Meinungen vieler bedeutender Wissenschaftler, Literaten, Künstler und Philosophen lesen, wie in dem Buch "Was sollen wir von Künstlicher Intelligenz halten?". Literaturagent John Brockman hat ein Buch herausgegeben, das diverse Erkenntnisse über die Möglichkeiten und Probleme, die von KI ausgehen können, vereint. Das Buch ist ein Muss für jeden, der sich wissenschaftlich mit der Debatte um KI beschäftigen möchte.


'Die Dystopien der KI projizieren eine engstirnige Alpha-Männchen-Psychologie auf den Begriff der Intelligenz. Sie nehmen an, dass übermenschlich intelligente Roboter Ziele entwickeln würden wie die Absetzung ihres Herren oder die Übernahme der Weltmacht. Aber Intelligenz ist die Fähigkeit, neue Mittel zu ersinnen, um ein Ziel zu erreichen; die Ziele sind der Intelligenz selbst äußerlich.'

(Steven Pinker, Prof. für Psychologie, S. 33)


'Wenige zweifeln daran, dass Maschinen immer mehr von unseren charakteristisch menschlichen Fähigkeiten übertreffen - oder sie durch kybernetische Technik steigern werden. [...] Menschen und alle ihre Gedanken [werden in einer langfristigen Evolutionsperspektive] nur ein vorübergehender und primitiver Vorläufer der tieferen Gedanken einer von Maschinen beherrschten Kultur sein, die sich in die ferne Zukunft erstreckt und sich weit über unsere Erde hinaus ausbreitet.'

(Martin Rees, Em. Prof. für Kosmologie und Astrophysik, S. 36 f.)


'Die menschlichen moralischen Gefühle sind ein interner Mechanismus zur Schaffung kooperativer Gesellschaftsstrukturen. Politische, rechtliche und wirtschaftliche Strukturen sind ein externer Mechanismus für denselben Zweck. Wir müssen beide auf die KI und Robotik ausdehnen. Wir müssen menschliche Werte in ihre Zielsysteme einbauen, um einen rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmen zu schaffen, der Anreize für positives Verhalten bietet.'

(Steve Omohundro, Wissenschaftler Self-Aware-Systems, S. 42 f.)


'Wenn unsere Zukunft lang und glücklich sein soll, müssen wir Systeme Künstlicher Intelligenz entwickeln in der Hoffnung, über die planetaren Lebenszyklen durch eine Art Hybridform aus Biologie und Maschine hinauszugehen.'

(Dimitar D. Sasselov, Prof. für Astronomie, S. 44)


'Wir haben bereits nichtmenschliche autonome Gebilde, die in unserer Gesellschaft mit den Rechten von Menschen operieren. Diese Gebilde - Unternehmen - handeln, um ihre Mission ohne Liebe oder Sorge für Menschen zu erfüllen. [...] Natürlich werden die ersten superintelligenten Maschinen wahrscheinlich nicht in Unternehmen existieren, sondern von Regierungen betrieben werden. Und das wird viel risikoreicher sein. Regierungen sind in ihrem Handeln flexibler als Unternehmen; sie schaffen ihre eigenen Gesetze.'

(Antony Garrett Lisi, Theoretischer Physiker, S. 54 ff.)


'Sehr bald schon wird die Unterscheidung zwischen künstlich und natürlich dahinschmelzen. [...] Nur moralische Hindernisse stehen der Steigerung menschlicher Intelligenz unter Einsatz einer [KI] im Wege, und zwar auf diejenige Weise, die von der Bewegung des Transhumanismus schon lange in Betracht gezogen wurde. Genetisch modifizierte Menschen mit gesteigerten Gehirnen könnten die menschliche Erfahrung drastisch emporheben und verbessern.

(Paul Davies, Theoretischer Physiker, Kosmologe, Astrobiologe, S. 60 f.)


'Eine Denkmaschine, die einem Menschen dient, ist eine Stärke, und keine Bedrohung.'

(Roy Baumeister, Sozialpsychologe und Autor, S. 108)


'Im Augenblick müssen wir uns nicht um bürgerliche oder irgendwelche anderen Rechte von Denkmaschinen kümmern; und wir müssen uns auch keine Sorgen über die Aussicht machen, dass Denkmaschinen die Macht über die Gesellschaft übernehmen könnten. Wenn die Dinge aus dem Ruder laufen, ziehe man einfach den Stecker.'

(Leo M. Chalupa, Neurobiologe, S. 121 f.)


'Menschen müssen die kognitive Kapazität ausnutzen, die freigesetzt wird, wenn Maschinen verhasste Arbeiten übernehmen - und dankbar sein für die Freiheit und sie nutzen, indem sie diese gesamte Fähigkeit in die harte Arbeit zur Lösung dringender Probleme kanalisieren, die Sprünge der Einsicht und Einbildungskraft erfordern.'

(Irene Pepperberg, Forschungs- und Lehrbeauftragte für Psychologie, S. 134)


'Die weitverbreitete Angst, dass die KI die Menschheit bedrohen und die Macht über die Welt übernehmen wird, ist irrational. [...] Die Gefahr der KI ist [...] nicht der KI eigen, sondern beruht auf unserem blinden Vertrauen in sie. Künstliches Denken wird zu unseren Lebzeiten kein Selbstbewusstsein entwickeln. Tatsächlich wird es in den nächsten 1000 Jahren keines geben.'

(Ralf Dobelli, Journalist und Autor, S. 138 ff.)


'Eines Tages könnte der Geist jedes Schülers von Kindheit an von einem personalisierten Tiefenlernsystem verfolgt werden. [...] Meine Vorhersage ist [...], dass die Menschen klüger und fähiger werden, je mehr kognitive Vorrichtungen, wie Schachspielprogramme und Empfehlungssysteme entworfen werden.'

(Terrence J. Seijnowski, Neuroinformatiker, S. 155 f.)


'Es gibt keinen Grund zu glauben, dass in dem Maße, wie Maschinen intelligenter werden [...], sie auch böse, manipulativ, eigennützig oder allgemein zu einer Bedrohung für die Menschen werden. [...] Tatsächlich sollten wir uns auf den Tag freuen, wenn Maschinen über das bloße Lösen von Problemen hinausgehen können und einfallsreich und innovativ werden - bis dahin ist es [...] noch ein sehr langer Weg.'

(Mark Pagel, Prof. für Evolutionsbiologie, S. 188 ff.)


'Die Motive unserer KIs werden sich aus den bestehenden Bausteinen unserer Gesellschaft ergeben; jede Gesellschaft wird die KI bekommen, die sie verdient. [...] Das Aufkommen des neuen Zeitalters von Denkmaschinen könnte uns dazu zwingen, unserer Institutionen der Steuerung, Zuteilung und Produktion zu überdenken.'

(Joscha Bach, Kognitionswissenschaftler, S. 235 f.)


'Die maschinelle Intelligenz wird die stärksten Auswirkungen zwischen den Menschen haben, nicht in ihrem Inneren.'

(Matt Ridley, Wissenschaftsautor, S. 279)


'Wir haben sowohl von den nach unserem Bilde erschaffenen KIs als auch von den KIs, die nicht menschenähnlich sind, etwas zu gewinnen. Genauso wie bei menschlichen Freunden und Kollegen - am Ende ist Vielfalt besser für jeden.'

(Stephen M. Kosslyn, Psychologe, S. 282)


'[Es ist] vorstellbar, dass irgendjemand intelligente Roboter als Waffen (oder Soldaten) herstellen wird, [...] aber diese Waffen werden einfach die Absicht ihrer Schöpfer ausführen, und es wird ihnen jeglicher eigenständiger Wille oder Wunsch abgehen. Sie werden keine Bedrohung der Menschheit im Ganzen sein, jedenfalls nicht in stärkerem Maße, als es andere Waffen bereits sind.'

(S. Abbas Raza, Gründungsherausgeber 3QuarksDaily.com, S. 312)


'Die KI-Software [wird] der größte Codiertrick der Menschheit sein [...], wenn wir versuchen, sie den besonderen Bedürfnissen und Daten unserer Gattung anzupassen.'

(Douglas Coupland, Schriftsteller, Designer, Autor, S. 325)


'So werden meiner Ansicht nach Maschinen denken: auf uns vertraute Weise, weil sie ihren Körper als Instrument nutzen werden, um über die Welt nachzudenken, doch auch auf für uns fremdartige Weise, weil Körper, die sich von unserem unterscheiden, zu ganz anderen Denkweisen führen werden.'

(Josh Bongard, Prof. für Informatik, S. 329)


'"Wir gegen die Maschinen" ist das falsche mentale Modell. Es gibt nur eine Maschine, die wirklich zählt. Wohl oder übel werden wir alle - wir und unsere Maschinen - zu einem Teil von ihr.'

(Chris Anderson, Kurator der TED- Konferenzen/-Talks, S. 342)


'Gleichgültig, wie sehr wird auch versuchen, es zu vermeiden, wir werden Maschinen haben, die das Gesetz brechen. [...] Die sozialen Gesetzessysteme, die so effektiv mit Regeln brechenden Menschen umgingen, werden angesichts von Denkmaschinen auf unerwartete Weise versagen.'

(Bruce Schneier, Sicherheitstechniker, S. 376 f.)


'Statt einer reinen Intelligenz müssen wir eine Intelligenz konstruieren, die nachweisbar mit menschlichen Werten übereinstimmt. Dadurch wird die Moralphilosophie zu einem Schlüssel-Industriesektor. Das Ergebnis könnte sowohl für die Menschen als auch für Roboter recht lehrreich sein.'

(Stuart Russell, Prof. für Informatik und Ingenieurwissenschaften, S. 428)


'Werden Maschinen je moralisch oder phantasiereich sein? Es ist wahrscheinlich, dass falls und wenn sie diesen Punkt erreichen, sie ein Bewusstsein haben werden, das keinen menschlichen Maßstäben verpflichtet ist. Ihre Ideale werden nicht unsere Ideale sein, aber sich werden dennoch Ideale sein.'

(Maria Popova, Lektorin und Schriftstellerin, S. 439)


'Natürlich ist es fragwürdig, ob wir eine größere Hoffnung auf die Empathie superintelligenter Maschinen aufrechterhalten können, als wir gegenwärtig bei vielen Menschen sehen.'

(Jessica L. Tracy, Prof. für Psychologie; Kristin Laurin, Juniorprof. für Organisationsverhalten, S. 443)


'Menschen sind zu untauglich und ineffizient, als dass intelligente Roboter sich mit ihrer Ausbeutung aufhalten würden.'

(Gregory Paul, Unabhängiger Forscher, S. 463)


'In dem Maße, wie die Effizienzen und Fertigkeiten der KI zunehmen, werden sie auch zu Machtwerkzeugen. [...] Dennoch ist die Gefahr, dass feindliche oder gar tödliche Maschinen ein böses Bewusstsein entwickeln und sich gegen die Menschheit richten werden, gleich null. Die Täterschaft liegt bei den Institutionen und Organisationen, die sie benutzen werden.'

(Andrian Kreye, Redakteur Süddeutsche Zeitung, S. 466)


'Dieselben Menschen, die sich heute über Denkmaschinen Sorgen machen, waren sicher, dass die Einführung von Taschenrechnern vor fünfzig Jahren ein Zeitalter von [...] Schwachsinn einleiten würde. So etwas haben wir heute nicht, und es wird auch in Zukunft nicht so sein.'

(Nina Jablonski, Prof. für Anthropologie, S. 470)


'Die Technik und ihre Manifestation - wie z.B. Maschinen oder KI - sind Illusionen, die den menschlichen Ehrgeiz und die Eitelkeit ansprechen [...]. Die menschliche Spezies ist einfach zu klein, unbedeutend und ungeeignet, um bei allem, von dem wir glauben, dass wir es tun können, vollen Erfolg zu haben. Die Reflexion über Denkmaschinen bestätigt lediglich diese unbequeme Wahrheit.'

(Satyajit Das, Ehem. Banker und Autor, S. 528)


'[Es ist erforderlich], dass wir die Maschine als Teil von uns selbst akzeptieren, unseren Stolz aufgeben und unser gemeinsames Wesen erkennen. Im Grunde müssen wir der Veränderung mit Liebe statt mit Angst begegnen.'

(Scott Draves, Softwarekünstler und Erfinder, S. 566)


'Wenn unsere Biologie die Kultur als ein Instrument zum Überleben und zur Evolution entworfen hat, sollte uns unsere natürliche Intelligenz dazu führen, Maschinen zu schaffen, die Gefühle und Instinkte haben; erst dann wird die Unsterblichkeit den Tod überwinden.' (Andrés Roemer, Diplomat, Ökonom, Dramatiker, S. 579)


'Denkmaschinen werden eine große Veränderung der Art und Weise bedeuten, wie wir etwas viel Subtileres und Fremdartigeres als Maschinen verstehen - nämlich uns selbst.'

(Tor Noerretranders, Wissenschaftsautor und Dozent, S. 591)

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